Anhängertraining à la Steigerwald

In meinem Alltag als Pferdetrainerin werde ich immer wieder mit dem traurigen Thema „Verladen“ konfrontiert. Viele Pferde haben so sehr „den Kaffee auf“, dass nichts mehr geht. Die Gründe hierfür liegen bei genauerem Hinsehen klar auf der Hand. Schauen wir uns im Rahmen der behavioristischen Lerntheorie die Konsequenzen an, die das Pferd nach dem -sowieso schon!- gruseligen Betreten von eng, klappernd und etwas dunkel kennengelernt hat:

Ruckeln, Bremsen, Anfahren, Schlaglöcher, Kurven, LKW von hinten, Martinshörner, Motorräder, Abgase….dabei als Fluchttier die ganze Zeit nicht richtig gucken können. Und was ist am Zielort? Fremde Pferde, Turnierstimmung, gestresster Mensch oder gar eine Operation?

Da sagt sich so manches Pferd: „Wenn die Konsequenz von Anhänger betreten, am Po berührt werden, Klacken, Schaben und eine Klappe von hinten ist, dass mir eine halbe Stunde lang so ein Stress widerfährt, dann mache ich das nicht.“ Wenn man dann zu den Menschen gehört, die sich entschieden haben, im Umgang mit seinem Partner Pferd auf Bedrohen, Schagen und Strafen (so natürlich dies im Umgang von Pferden untereinander sein mag) zu verzichten, ist guter Rat teuer. oder man fährt einfach nicht mehr.

Wenn da nicht das Gruselszenario von der lebensrettenden Behandlung in der Klinik wäre oder man tolle Fortbildungen besuchen möchte…

Nach Viviane Theby gibt es 1000 Wege, ein Verhalten zu trainieren. 500 davon sind tierschutzrelevant, die anderen 500 können wir uns ansehen. Ein sehr charmanter ist der, den Anhänger so zu verändern, dass das Pferd gerne und vor allem auch prompt hinaufgeht. Dann können wir in vielen Wiederholungen unser Anhänger-Konto auffüllen. Jede Fahrt zu „normalen Zwecken“ ist nämlich ein Abheben vom Guthaben.

Letzte Wochenende haben ich dank Nadine Dopians, die uns ihren Anhänger überließ, einen lang gehegten Traum erfüllen können und den zweigeteilten Anhänger am Tag der offenen Tür vorgestellt. Mein großartiger Mann trennte das Dach ab und versah es mit Stützen und Bockwinden. So kann man einzeln die Komponenten trainieren und schnell zum Zielverhalten kommen.